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Lymphome - Therapie

Eskalierte Therapie, Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation

Unter einer eskalierten Therapie versteht man eine Therapie, die bis an die Grenze der Verträglichkeit geht, um Morbus Hodgkin und andere aggressive Lymphomformen effektiv zu bekämpfen.

Bei einer Hochdosistherapie werden die Zytostatika so hoch dosiert, dass das Knochenmark nicht mehr in der Lage ist, gesunde Blutzellen zu bilden. Das bedeutet, dass vor Therapiebeginn Stammzellen und Knochenmark des Patienten gesammelt und tiefgefroren wird. Zur Mobilisierung von Blutstammzellen nutzt man Medikamente, dir kurzfristig die Zellen ins Blut ausschwemmen.

Dann beginnt die Hochdosischemotherapie. Aufgrund der hohen Dosis sind dann keine teilungsfähigen, bösartigen Lymphomzellen aber auch keine blutbildenden Stammzellen mehr vorhanden. Der Patient erhält die tiefgekühlten, eigenen Stammzellen über eine Art Transfusion zurück. Bis die Stammzellen anwachsen und neue Blutkörperchen bilden, sind Patienten durch Infektionen besonders bedroht. Eine solche Behandlung erfolgt daher nur in hochspezialisierten Zentren, die die Patienten entsprechend schützen und durch geeignete Medikamente die Nebenwirkungen lindern können.

Interferon

Interferone sind körpereigene Botenstoffe, eine Art Zellhormon, die vor allem bei vielen Immunfunktionen eine Rolle spielen. Bei Lymphomen wir Interferon alpha eingesetzt, von dem es noch zwei Unterformen gibt. In Frage kommt diese Behandlung bei Hautlymphomen, beim follikulären Lymphom sowie beim multiplen Myelom. Typische Nebenwirkungen sind grippeähnliche Symptome. Je nach Situation wird Interferon alpha mit einer Chemotherapie kombiniert oder als Erhaltungstherapie über einen längeren Zeitraum gegeben. Die Injektion selbst ist einfach, ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit können Betroffene sie mit einiger Übung selbst übernehmen.

Antikörper und andere neuere Medikamente

So genannte monoklonale Antikörper sind künstlich hergestellte Abwehrproteine, die spezifische Merkmale auf der Oberfläche von Lymphomzellen erkennen und sich daran festsetzen. Die Patienten erhalten die Medikamente als Infusion.

    In der Therapie sind zur Zeit zwei monoklonale Antikörper zugelassen:
  • Rituximab ist zugelassen für Patienten mit follikulärem Lymphom, bei denen eine Chemotherapie nicht oder nicht auf Dauer gewirkt hat. In Kombination mit einer Chemotherapie setzen die Ärzte Rituximab auch bei fortgeschrittenen Stadien dieser Erkrankung ein. Bei aggressiven Lymphomen wird es auch mit Zytostatika kombiniert.
  • Alemtuzumab ist derzeit zugelassen für Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie, die nicht oder nur kurz auf eine Chemotherapie angesprochen haben.

Obwohl Antikörper biologische Substanzen sind, sind dennoch Nebenwirkungen möglich. Diese kommen dadurch zustande, dass die Antikörper nicht nur an Lymphomzellen, sondern auch an gesunde Zellen binden, so dass es zu grippeähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen, Durchfall und anderen Symptomen kommen kann.

Bei einer so genannten Radioimmuntherapie werden Antikörper verwendet, an denen Nuklide binden, so dass eine gezielte Zerstörung der Lymphomzellen möglich ist. Das Prinzip beruht darauf, dass die Nuklide durch die Antikörper zu den Lymphomzellen gebracht werden und diese dann durch die radioaktiven Substanzen zerstört werden. Da die Moleküle aber eine nur sehr geringe Reichweite haben, werden kaum gesunde Zellen zerstört, so dass nur wenige Nebenwirkungen auftreten. Dennoch können Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden, so dass es möglicherweise zu Übelkeit, Verschlechterung des Blutbildes, eine dadurch ausgelöste höhere Infektanfälligkeit und grippeähnliche Symptomen kommen kann.

Ein weiterer Ansatz in der Lymphomtherapie ist Bortezomib. Dieses Mittel greift in den Eiweißstoffwechsel der Lymphomzellen ein. Zugelassen ist Bortezomib für Patienten mit multiplem Myelom, deren Erkrankung nach einer Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation wieder aufflammt, oder Betroffene, für die eine Hochdosistherapie gar nicht erst in Frage kommt. Das Mittel wirkt sich bei vielen Patienten ähnlich wie eine Chemotherapie auf die Bildung neuer Blutzellen aus, worunter die Immunfunktion, der Sauerstofftransport im Blut und die Blutgerinnung leiden können.