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Lymphome - Therapie

Chemotherapie und ihre Nebenwirkungen

Die Chemotherapie hat in der Behandlung der Lymphome einen hohen Stellenwert. Die Art der verwendeten Substanzen, der so genannten Zytostatika, die notwendige Dosierung oder auch die Form der Verabreichung wird auf den jeweiligen Lymphomtyp und die persönliche Krankheitssituation zugeschnitten.

    Als Anhaltspunkte können folgende Kriterien dienen:
  • Bei fortgeschrittenen Stadien niedrig maligner Lymphome, bei Morbus Hodgkin und bei aggressiven Lymphomen müssen die geeigneten zytostatischen Substanzen über die Vene gegeben werden; meist in mehreren Zyklen, also mit Pausen zwischen den einzelnen Medikamentengaben. Das bedeutet, dass eine Chemotherapie mehrere Wochen und sogar mehrerer Monate dauern kann.
  • Zytostatika, die geschluckt werden können, haben bei einigen Formen der niedrig malignen Lymphome einen Stellenwert, vor allem bei der chronisch lymphatischen Leukämie. Mit Tabletten wird bei einigen Lymphomformen auch versucht, einen Behandlungserfolg über längere Zeit zu erhalten. Als Substanz sind beispielsweise Chlorambucil oder Melphalan in Tablettenform erhältlich. Tabletten können jedoch nur bei bestimmten Lymphomformen eingesetzt werden.
  • Zytostatika in Salbenform kommen nur bei Hautlymphomen in Frage.

Bei so genannten Kombinationsschemata handelt es sich um Kombinationen verschiedener Zytostatika, die an unterschiedlichen Ansatzpunkten des Zellstoffwechsels angreifen. Dadurch können geringere Dosierungen der einzelnen Zytostatika eingesetzt und so Nebenwirkungen verringert werden. Teilweise werden noch Hilfsmedikamente zugesetzt, entweder um die Verträglichkeit zu verbessern oder um die Wirkung noch zu verstärken.

    Beispiele für häufig eingesetzte Kombinationsschemata:
  • BEACOPP bei Morbus Hodgkin (mit den zytostatischen Substanzen Bleomycin, Etoposid, Adriamycin, Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin und Prednison)
  • R-CHOP bei follikulären Lymphomen und aggressiven Lymphomen (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison) oder R-CHOEP bei aggressiven Lymphomen (wie R-CHOP plus Etoposid)
  • FCR (Fludarabin, Cyclophosphamid, Rituximab) bei CLL
  • ABVD (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbamazin) bei Morbus Hodgkin

Bei einigen Lymphomen werden auch Einzelsubstanzen eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Chlorambucil oder Fludarabin, die bei der CLL und bei fortgeschrittenen Immunozytomen eingesetzt werden. Bei der Haarzell-Leukämie kommen Cladribin und Pentostatin zum Einsatz.

Methotrexat wird bei aggressiven Lymphomen, wenn das Zentralnervensystem befallen ist, eingesetzt. Die Substanz wird dann direkt ins Nervenwasser gegeben ("intrathekal"). Im Gegensatz dazu wird es in Form von Tabletten bei einigen Lymphomformen verabreicht um den Therapieerfolg so lange wie möglich zu erhalten.

Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Durch die belastende Chemotherapie werden auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch entstehen eine Reihe von Nebenwirkungen, von denen viele nur kurzfristig auftreten. Dazu gehören unter anderem Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Diese können durch eine Reihe von geeigneten Substanzen gelindert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Medikamente vorbeugend eingenommen werden und nicht erst bei Auftreten der Symptome, um volle Wirksamkeit zu gewährleisten. Ebenfalls betroffen von den Zytostatika können die gesunden Zellen der Blutbildung sein, was zu Störungen des Immunsystems mit erhöhter Infektanfälligkeit, des Sauerstofftransports im Blut und unter Umständen der Blutgerinnung führen kann.

Zytostatika greifen schnell teilende Zellen an. Dazu gehören die Krebszellen, aber auch gesunde Zellen, wie die der Schleimhäute und der Haarfollikel. Dadurch kann es zu Durchfall und Haarausfall kommen. In den Fällen, in denen Haarausfall auftritt, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten einer Kunsthaarperücke.

Einige Patienten zeigen vor allem bei höher dosierter Chemotherapie oder bei bestimmten Einzelsubstanzen auch Nebenwirkungen wie Kribbeln in den Fingern oder Zehen, die auf eine Beeinträchtigung der Nervenfasern hindeuten. Dies verschwindet meist kurz nach der Behandlung, sollte aber auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten besprochen werden. Trotz der Nebenwirkungen kann eine Chemotherapie nicht selten ambulant erfolgen, wenn eine gute Vorsorge und regelmäßige Kontrolle gewährleistet sind und die erhöhte Anfälligkeit für Infektionen berücksichtigt wird. Die dosisgesteigerte Therapie, zum Beispiel bei einem Rückfall der Erkrankung, muss jedoch im Krankenhaus durchgeführt werden.