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Leukämie - Nebenwirkungen der Therapie

Nebenwirkungen und Gegenmaßnahmen

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen betreffen das Knochenmark und damit die Bildung von Blutzellen. Da es aber notwendig ist, hohe Dosen an Zytostatika zu verwenden um erfolgreich zu therapieren, ist es wichtig diese Behandlungsfolgen zu bekämpfen und Komplikationen durch geeignete Maßnahmen möglichst zu vermeiden.

Erhöhte Blutungsneigung

Durch Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie) kommt es zu einer erhöhten Blutungsneigung. Sollte die Anzahl der Blutplättchen unter 20.000 pro Mikroliter sinken, empfiehlt sich die Verwendung von Thrombozytentransfusionen. Allerdings ist hierbei auf Gewebsverträglichkeit zu achten, damit die körpereigene Abwehr nicht aktiv wird und die übertragenen Blutplättchen zerstört. Deswegen ist es sinnvoll, wenn möglich einen geeigneten Spender aus der eigenen Familie zu wählen; am besten Bruder oder Schwester.

Anämie

Ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) kann durch Transfusionen von Konzentraten von Erythrozyten behoben werden. Eine zusätzliche Gabe von Wachstumsfaktoren kann die Bildung roter Blutkörperchen anregen.

Infektionsschutz bei und nach Hochdosis-Therapie und bei ausgeprägter Abwehrschwäche

Durch die Chemotherapie und Knochenmark- oder Stammzelltherapie ist das Immunsystem der Patienten sehr geschwächt. Die Abwehrzellen sind zerstört, so dass die Patienten einer erhöhten Infektionsgefahr unterliegen. Auch Bakterien, die bei gesunden Menschen keine Infektion auslösen, wie z.B. Darmbakterien können bei Chemotherapie-Patienten zu schweren Infektionen führen, so dass sie meist ein Antibiotikum erhalten das die Darmbakterien abtötet. In Kliniken werden die Patienten in keimarmen Räumen untergebracht. Das heißt, dass das Pflegepersonal und die Ärzte ihre Hände vor Betreten des Raumes desinfizieren. Außerdem sollten weder Schnittblumen noch Topfpflanzen in diesen Räumen stehen, da diese ein optimales Milieu für Bakterien und Pilze bieten. Durch Verzehren von gekochten Speisen und nur gut gewaschenem und geschältem Obst können die Patienten Infektionen vorbeugen.

Wachstumsfaktoren der Blutbildung

Durch Gabe von hormonähnlichen Substanzen ist es möglich die Bildung der weißen Blutkörperchen, vor allem der Granulozyten anzuregen und so die Erholung des Knochenmarks zu unterstützen. Der Vorteil sogenannter Wachstumsfaktoren, wie z.B. Granulozytenwachstumsfaktor G-CSF oder Granulozyten-Makrophagen-Wachstumsfaktor GM-CSF ist es, dass nach einer stark knochenmarkschädigenden Chemotherapie die Infektionsgefährdung deutlich verkürzt werden kann, da die weißen Blutkörperchen schneller nachgebildet werden können.