Meldung von Nebenwirkungen

Nebenwirkungen im Zusammenhang mit unseren Arzneimitteln können Sie auf verschiedenen Wegen an uns melden:

In medizinischen Notfällen bitten wir Patienten sich umgehend an einen Arzt oder den ärztlichen Notdienst zu wenden.

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Nebenwirkungen der Chemotherapie

Häufige Nebenwirkungen:

Übelkeit/Erbrechen
Schleimhautentzündung
Blutbildveränderungen
Haarausfall

Weniger häufige Nebenwirkungen:

Nervenstörungen
Herzschäden
Allergien
Nieren/Blasenstörungen


Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten und auch zu den unangenehmsten Nebenwirkungen einer zytostatischen Chemotherapie. Sie beeinträchtigen nicht nur akut das Wohlbefinden des Patienten und schränken ihn sozial ein, sie können auch die oft schlechte Ernährungslage des Patienten weiter beeinträchtigen. Regelmäßiges und stärkeres Erbrechen kann zum Wunsch des Patienten führen, die laufende Therapie zu beenden oder zumindest die Dosis der Zytostatika zu vermindern, selbst wenn dadurch der Erfolg einer Behandlung beeinträchtigt würde. Dauer und Intensität dieser Nebenwirkung sind allerdings sehr unterschiedlich, je nach den gegebenen Medikamenten, ein gewisses Maß ist allerdings oft vorhanden. Vor einer Chemotherapie sind daher vorbeugende Medikamente notwendig, die Übelkeit/Erbrechen unterdrücken oder zumindest lindern. Entscheidend dafür ist, dass dies rechtzeitig, i. A. 1 - 1 1/2 Stunden vor der Chemotherapie geschieht, um einen vollen Wirkungseintritt zu ermöglichen. Bei Patienten, die sehr große Angst vor einer Chemotherapie haben, kann sich die Gabe eines Beruhigungsmittels am Abend vorher günstig auswirken.

Je nach zeitlicher Beziehung zur Chemotherapie kann unterteilt werden in:

Akutes Erbrechen
Verzögertes Erbrechen
Erwartungs-Erbrechen bei ausgeprägter Erwartungshaltung


Das Auftreten und die Intensität von Erbrechen ist in erster Linie abhängig von den jeweils angewandten Zytostatika. Heute verfügen wir über sehr effektive Medikamente zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen. Dies sind vor allem die sog. 5-HT3-Antagonisten, z. B. die Medikamente Zofran® oder Navoban®. Neben der medikamentösen Behandlung können auch psychologische Techniken, z. B. Entspannungsübungen, hilfreich sein. Medikamente und Entspannungsübungen können auch kombiniert werden, ebenso wie unterschiedliche Arzneimittel gegen Übelkeit/Erbrechen kombiniert werden können. Um ein "Erwartungs-Erbrechen" zu beeinflussen, ist evtl. sogar eine Medikation am Vorabend erforderlich. Da die Wirkung von Zytostatika oft über 24 Stunden anhält, muss auch die Behandlung der Übelkeit 2 - 3 mal, evtl. noch öfter wiederholt werden, möglichst bevor Erbrechen eintritt.

Blutbildveränderungen

Die Wirkung auf blutbildende Zellen tritt immer mit einer gewissen Verzögerung ein. Betroffen sind vor allem die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Nach ca. 10 - 14 Tagen, bei manchen Stoffen auch erst nach 4 - 5 Wochen, ist der niedrigste Stand von Leukozyten und Thrombozyten erreicht. Während dieser Zeit ist die Abwehrkraft, vor allem gegenüber Infektionen, eingeschränkt. Dies bedeutet bei der Pflege entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Auch bei dem Zusammentreffen mit Angehörigen, Bekannten und ggf. Mitpatienten ist Vorsicht geboten. Ihr Arzt wird Ihnen für diesen Fall bewährte Verhaltensregeln mitteilen. Sinken die Blutplättchen zu stark ab, ist man blutungsgefährdet und bedarf ebenso entsprechender Betreuung und vorbeugender Maßnahmen. Heutzutage gibt es Medikamente die, falls notwendig, eine zu starke Verminderung der weißen Blutkörperchen bei den meisten Patienten wieder beheben können. (z. B. die Medikamente Filgrastim oder Lenograstim).

Schleimhautentzündungen

Die Chemotherapie greift schnell wachsendes Gewebe an, dazu gehört auch die Schleimhaut in Mund und Rachen. Hier kommt es dann zu Entzündungen, die zwar nicht direkt gefährlich, aber oft schmerzhaft und somit sehr quälend sind. Zur Behandlung und Vorbeugung ist eine sorgfältige und konsequente Schleimhautpflege sehr wichtig, es muss eine weiche Zahnbürste benutzt werden. Das Essen und Trinken muss auch angepasst werden. Zum Beispiel sind saure und scharfe Speisen zu vermeiden. Auch sehr heiße Getränke sollten Sie nicht zu sich nehmen. Auf Rauchen sollte wenn möglich, verzichtet werden, denn es trägt mit zur Schleimhautschädigung bei.

Haarausfall

Ebenso wie die Schleimhäute, gehören die Haarbälge zum schnell wachsenden Gewebe und reagieren auf die Chemotherapie mit Haarausfall. Allerdings ist die Schwere des Haarausfalls, je nach Art der Behandlung sehr unterschiedlich. Vor allem für Frauen ist Haarausfall schwer zu akzeptieren, nicht zuletzt wegen der gesellschaftlichen Beeinträchtigung. Sie können dazu beitragen, solche Probleme zu entschärfen, wenn Sie sich rechtzeitig eine Perücke beschaffen. Diese kann dann auch dem ursprünglichen Aussehen angepaßt werden. Oft wird die Anwendung einer "Kältekappe" vorgeschlagen. Sie hilft bei manchen Substanzen, kann aber nicht in jedem Fall eine Verminderung des Haarausfalls bewirken.

Organschäden

Neben diesen Nebenwirkungen, die sehr oft bei der Anwendung von Zytostatika auftreten, können manche dieser Medikamente bestimmte Organe oder Organsysteme beeinträchtigen. Dies ist stark von den speziellen Medikamenten abhängig. Folgende Schädigungen können vorkommen: